Wer hat die Macht in Thailand? Thaksin, Yingluck oder ………….

2012-05-31 | 10:15





Über Chinesische Familien und vor allem über  Chinesische Firmen ist im Westen in der Öffentlichkeit eigentlich nichts bekannt. Kaum einem  Europäer erschließen  sich bei diesen Firmen die interne Struktur und die Machtverhältnisse. Vor allem wer die Firma eigentlich leitet, bleibt uns Europäern meistens verborgen. Europäische Manager schauen oft verdutzt drein, wenn Ihnen der angebliche CEO eines Milliardenunternehmens am Schluß von tagelangen Verhandlungen bedeutet, “Ich muß erst noch meine Familie fragen, bevor wir das vereinbaren.” Ihnen war gar nicht bewußt, dass sie eigentlich mit keinem unmittelbaren Entscheidungsträger verhandelten.

Thaksin Shinawatra





Die Struktur eines chinesischen Familienunternehmens unterscheidet sich grundlegend vom Aufbau einer westlichen Firma. Alle wichtigen Positionen sind mit Familienangehörigen besetzt, die Entscheidungen treffen meist Personen die wir Europäer als “kleine Buchhalter” einschätzen. Auch wenn die Familie in der Politik mitmischt, wie in Singapur, Hawaii, Taiwan oder eben in Thailand, dann liegt die Führung des Familienclans – oder “Hui” wie er zB mittlerweile in Hawaii heißt (Eine Erfindung von Mitchener, eigentlich werden diese Familienunternehmen als “Familie” bezeichnet) beim  Boss der Familie. Das kann eine Frau oder ein Mann sein, meistens sind sie ältere Herren, so um die 70, wer der Boss der Familie ist wird dabei von seinem Vorgänger bestimmt. Diese Familien umfassen oft bis zu 1000 Personen – kein Zeichen für die sicherlich gut gegebene Fruchtbarkeit der Familien, sondern dass diese Familien schon vor 100 oder mehr Jahren gegründet wurden.

yingluck

Das Eigentum an jeden Vermögen liegt dabei bei der Familie, es kann beliebig zwischen den Familienangehörigen verschoben werden. Diese Praxis beschert ihnen immer wieder Probleme mit dem US Schatzamt, besonders auf Hawaii und in Kalifornien. Diese scheinbar willkürlichen Vermögensverschiebungen finden sich auch im Shinawatra Clan. Das hat nichts mit Kommunismus zu tun – diese Praxis des Familieneigentums ist viel älter als Marx und Engels. Und diese Familien sind mittlerweile teilweise immens reich. So gehört zum Beispiel der Grund und Boden von Honolulu mehr oder weniger 10 chinesischen Familien, dieser Boden wird übrigens grundsätzlich nicht verkauft sondern nur verpachtet – eine Tradition die sich auch in Thailand wiederfindet im sogenannten Chanote. Diese 10 Familien stammen ebenfalls von Hakka Chinesen ab.

Der Familienclan der Shinawatras wurde von Seng Sae Khu gegründet, einem Hakka Chinesen der um 1860 nach Chiang Mai einwanderte.  1938 nahm einer seiner Nachfahren, Sak  dann unter Phibun den Thai Namen Shinwatra an. Soviel zum Gerücht dass Thaksin erst eingebürgert werden mußte, um Premier zu werden. Weitere Familienangehörige des Clans – entnommen Wikipedia:

  • Seng Sae Khu
  • Shinawatra
  • Chaiyasit Shinawatra
  • Panthongtae Shinawatra
  • Potjaman Na Pombejra
  • Somchai Wongsawat
  • Yingluck Shinawatra

Wer ist also der Mann/Frau  im Hintergrund? Es entspricht der Tradition der Chinesen und vor allem Hakka Chinesen dass sich diese Person nicht in der Öffentlichkeit präsentiert. Zu groß ist das Risiko dass eine Person dann angegriffen wird und “sein Gesicht verliert”. Demnach kann das Oberhaupt dieser Familie nicht Thaksin oder Yingluck sein. Diese Person trifft die Entscheidungen für ganz Thailand.

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