Thailand – Schlangen stellen eine Gefahr dar
2012-07-29 | 04:34
Bangkok, Thailand – Im Gesamten sind in Thailand über 190 Schlangenarten heimisch, von denen etwa 60 giftig sind“, informiert das Queen Saovabha Memorial Institute in Bangkok, dessen Schlangenfarm Gegengifte für die Krankenhäuser in ganz Thailand herstellt. Zu den Giftschlangen gehören Vipern, Kobras, Seeschlangen und so genannte Kraits, die zur Familie der Giftnattern gehören. Auch die Königskobra und die Speikobra , eine der giftigsten Schlangen der Welt, ist in Thailand zu Hause. „Anzutreffen sind die Tiere vor allem in der dichten Vegetation der Wälder und Urwälder und an Flüssen, Kanälen und anderen Gewässern“, sagt Dr. Montri Chiobamroonkiat von der Queen Saovabha Schlangenfarm. „Die größte Gefahr, von einer Schlange gebissen zu werden, besteht in der Nacht. Dann sind die Tiere am aktivsten und angriffslustigsten.“ Thailand Schlangen Pro Jahr werden in Thailand 6000 bis 10.000 Menschen von Schlangen gebissen, doch nur zehn bis 20 sterben an einem Biss. Die häufigsten Opfer sind Bauern, die auf den Reisfeldern und Plantagen arbeiten. Die Wahrscheinlichkeit, an bewohnten Orten und in Touristenzentren auf Schlangen zu treffen, ist relativ gering. Bei Trekkingtouren im Dschungel oder Ausflügen nachts im Freien sollte man aber die Augen offen halten. „Am häufigsten kommt es zu Schlangenbissen, wenn jemand barfuß oder nur mit Sandalen unterwegs ist und dabei versehentlich auf eine Schlange tritt“, heißt es im „Leitfaden zum klinischen Umgang mit Schlangenbissen in Südostasien“ der WHO. Das passiere meistens nachts oder auf Pfaden durch dichtes Gestrüpp. „Bei Wanderungen in dichter Vegetation und Ausflügen, vor allem nachts, sollte man festes Schuhwerk und eine lange Hose tragen“, sagt Montri Chiobamroonkiat. „Augen offen halten und darauf achten, wohin man tritt. Nachts sollte man eine Taschenlampe bei sich haben.“ Zu den absoluten Don’ts gehört zum Beispiel, in Hohlräume zu greifen, in denen sich Schlangen verbergen könnten, auf dem Boden zu schlafen – was in einfachen Unterkünften auf dem Land durchaus der Fall sein kann – und nie zum Spaß eine Schlange zu „ärgern“. Auch für den Fall, gebissen zu werden, gibt es Verhaltensregeln. „Vor allem sollte man sofort ein Krankenhaus aufsuchen“, sagt David Canavan von der Garden International School in Bangkok. Hier ist man in guten Händen, die medizinische Versorgung in Thailand ist gut, viele Ärzte haben Erfahrung in der Behandlung von Schlangenbissen. „Als Erste-Hilfe-Maßnahme sollte man die Wunde mit Wasser und Seife vorsichtig reinigen und gleichzeitig eine Druckbandage anlegen, die dazu beiträgt, dass sich das Gift langsamer im Körper ausbreitet“, rät ein Leitfaden der Queen Saovabha Schlangenfarm. „Die Bandage sollte jedoch nicht zu fest sitzen, da sonst die Durchblutung unterbrochen wird – nur etwa so fest wie bei einem verstauchten Knöchel.“ Dagegen sollte man auf keinen Fall, wie es in Filmen zu sehen ist, die Wunde aufschneiden oder das Gift aussaugen. Stattdessen sollten die Begleitpersonen dafür sorgen, dass der Betroffene still liegt und beruhigend auf ihn einwirken– denn nicht nur Muskelbewegungen können dazu führen, dass sich das Gift schneller im Körper ausbreitet, sondern auch Angst und Panik, die den Herzschlag deutlich beschleunigen. Wer sich von der Vorstellung, einer Schlange zu begegnen, nicht abschrecken lässt, kann an einer der eindrucksvollen Vorführungen der Queen Saovabha Schlangenfarm teilnehmen. Man kann zusehen, wie Schlangengift zur Herstellung von Gegengift gewonnen wird, und lernen, wie man eine Schlange anfasst und hält.
Nicht in Hohlräume greifen
