Google diskriminiert sprachliche Minderheiten und Behinderte

2012-01-12 | 08:44





 

google

Ich habe an das  europäische Parlament  folgende Petition eingereicht:

Sehr geehrte Damen und Herren!

 

Ich erlaube mir, folgende Beschwerde betreffend google bzw google news an das EU Parlament einzureichen und bitte um dringende Behandlung, da meines Erachtens die EU Verfassung hier verletzt wird. Gleichzeitig steht ein anderer Fall von google derzeit laut Medienberichten zur Lösung an.

Ich bin schwer behindert nach insgesamt 4 Schlaganfaellen. Ich moechte sie mit der Schilderung der Vorgehensweise von Google auf eine systematische vorsaetzliche Diskriminierung von Behinderten insbesondere Sprachbehinderten durch verschiedene google Dienste aufmerksam machen. Die Behinderung die es betrifft ist sprachlicher Natur, ich leide aber noch unter einer rechtsseitigen Laehmung, psychischen Störungen etc. Im Rahmen meines 2. Schlaganfalles wurde das Sprachzentrum im Gehirn fast gaenzlich zerstoert, Ich konnte im Jahr 2009 gerade einmal 20 Worte insgesamt sprechen, ich sass zum Beispiel stundenlang vor einer Kaffeetasse und konnte das “Ding” einfach nicht benennen . Durch Umpraegung und systematisches Training gelang es mir im Laufe der Jahre die Auswirkung der Behinderung zu reduzieren, lediglich minimale Grammatikschwaechen und auch leider einige Ausdrucksschwaechen sind uebrig geblieben. Ich kann zwar die Saetze im Gehirn aufloesen aber teilweise nicht in die richtige Satzstellung bringen, ich sehe den Fehler einfach nicht. Gewisse Tools gerade fuer WordPress reduzieren diese Behinderung zwar, zb After the Deadline, koennen aber die Auswirkungen der Behinderung nicht ganz beseitigen. Die Reduktion der Behinderung gelang mir durch einen Wiedereinstieg in den Journalismus den ich bis 1996 ausuebte, im Rahmen dieser Taetigkeit bringe ich zb den Internet News Blog asien-news.de heraus, einen News Blog ueber Thailand, das mir eine neue zweite Heimat geworden ist. Asien-news.de fungiert hier als eine Art Therapie. Diese Blogs finanzieren sich durch google adsense – Textwerbung.





Dieser Blog und auch andere Blogs waren 2 Jahre ohne Beanstandungen in google news gelistet. Scheinbar erfüllte ich alle google news Anforderungen.

um unseren Nutzern eine hohe Qualität zu gewährleisten, überprüfen wir
unsere Nachrichtenquellen für Google News von Zeit zu Zeit. Die
Überprüfung Ihrer Website http://www.asien-news.de hat ergeben, dass wir
sie derzeit nicht mehr in Google News einbeziehen können.

Wie wir festgestellt haben, entsprechen Ihre Artikel nicht unseren
Qualitätsrichtlinien, insbesondere nicht die Rechtschreibung und Grammatik
der Artikel, siehe z.B.
http://www.asien-news.de/national/umfrage-zuerst-die-wirtschaftlichen-probleme-thailands/6554,
http://www.asien-news.de/national/china2/6540 oder
http://www.asien-news.de/national/regierung-thailand-wir-reden-niemals-mit-den-separatisten/6576.

Für die im Google News-Index erfassten Websites gelten bestimmte
Qualitätsrichtlinien. Wenn Ihre Website gegen diese Richtlinien verstößt,
kann sie nicht in Google News aufgenommen werden. Die betreffenden
Richtlinien können Sie unter folgendem Link einsehen:
http://www.google.com/support/webmasters/bin/answer.py?hl=de&answer=35769#3

Ihre Website wird mindestens 30 Tage lang aus Google News entfernt. Nach
dieser Zeitspanne können Sie die Aufnahme in Google News gern erneut
beantragen, sofern Ihre Website unsere Richtlinien erfüllt.

Ihre Website ist jedoch weiterhin in der Google Websuche und anderen
Google-Diensten zu finden.

Mit freundlichen Grüßen,

Anne Solters

Weitere Mail von Google

Hallo herr Hoerhager,

vielen Dank für Ihre Geduld. Unser Expertenteam hat den Fall geprüft und
wir können Ihre Seite gern wieder aufnehmen, sobald Sie die sprachliche
Qualität angepasst haben.

Um unseren Nutzern eine hohe Qualität zu gewährleisten, müssen die
aufgenommenen Quellen unseren Qualitätsrichtlinien entsprechen. Wir danken
für Ihr Verständnis und Ihre Mithilfe.

Mit freundlichen Grüßen,

Sabrina Kremer

Ihr Google-Team

Weitere Mail von google-team

Hallo Herr Hoerhager,

vielen Dank für Ihre E-Mail. Wir haben Ihre Seite erneut geprüft und
werden diese wieder in Google News aufnehmen. Bitte beachten Sie, dass die
Aufnahme jedoch erst nach Ablauf der 30 tägigen Frist erfolgen kann, da
diese für alle Verleger gleich ist. Wir danken für Ihre Geduld und Ihr
Verständnis.

Mit freundlichen Grüßen,

Peter Kosslitz

Ihr Google-Team

Rechtschreibfehler kann ich ausschliessen da ich eine Rechtschreibkorrektur verwende. Lediglich bestimmte Ausdruecke haben in der europäischen Schrift unterschiedliche Schreibweisen zb Gathoey und Kathoey. Das ist unvermeidlich da die Thais eine andere Schrift verwenden. Demnach werde ich von Google allein aufgrund meiner Behinderung diskriminiert und von google news ausgeschlossen. Ich war bis dahin über 2 Jahre mit verschiedenen Medien anstandslos in google news vertreten. Es ist mir im Laufe eines Monats nicht gelungen eine Wiederaufnahme zu bewerkstelligen. Auch der Hinweis auf meine Behinderung blieb ohne Reaktion. Die vorerst letzte Absage von google news:

Hallo Herr Hoerhager,

vielen Dank für Ihre E-Mail. Wir haben die Seite noch einmal überprüft und
immernoch sehr viele grammatikalische Fehler in den Artikeln gefunden.
Bitte beachten Sie, dass dies bereits die 5. Überprüfung Ihrer Website war
und dass wir Ihre Seite innerhalb der nächsten 60 Tage nicht erneut
überprüfen können. Wir danken für Ihr Verständnis.

Mit freundlichen Grüßen,

Claudio Satzmann

Dies ist besonders moralisch verwerflich da die Fuehrungsgruppe von Google unzaehlige posts verfasst in denen sie die Chancengleichheit im Internet für Behinderte und die Pressefreiheit propagieren, gleichzeitig aber google als Konzern Behinderte wesentlich und systematisch benachteiligt. Man koennte sagen sie predigen Wasser und trinken Wein. Google gleicht durch seinen Ausschluss einem Türsteher der mir den Zutritt zu einer Diskothek verweigert weil ich im Rollstuhl sitze, demnach nicht tanzen kann oder nur “abnormal” tanzen kann und sich die anderen Besucher der Diskothek durch meinen Anblick gestört fühlen könnten, weil ich ja offensichtlich behindert bin.

Dies betrifft vor allem die große Gruppe der Legastheniker. Darunter leiden in der EU ca 4% der Bevölkerung. Auch wenn die Legasthenie bereits im Kindesalter therapiert wird, kann sie oft nicht gänzlich beseitigt werden, besonders Schwächen in der Grammatik treten immer wieder auf. Dieser große Personenkreis (Incl Schlaganfallgeschädigte ca 6% der EU-Bevölkerung) kann niemals die Anforderungen von google news erfüllen, ist also damit von jeder Beschäftigung bei einem Medium das im google news index vertreten sein will ausgeschlossen. Hier übt google durch sein Quasi Monopol massiv Druck auf 10.000e Unternehmen im EU-Raum aus, Sprachgeschädigte oder auch nur Menschen mit etwas von der Norm abweichender Grammatik nicht zu beschäftigen.

Google verstößt damit gegen die EU Verfassung und zahlreiche EU Gesetze. Ich zitiere:

Artikel II – 21 – Nichtdiskriminierung

Diskriminierungen insbesondere wegen des Geschlechts, der Rasse, der Hautfarbe, der ethnischen oder sozialen Herkunft, der genetischen Merkmale, der Sprache,
der Religion oder der Weltanschauung, der politischen oder sonstigen Anschauung, der Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit, des Vermögens, der Geburt,
einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung sind verboten.

Artikel II – 26 – Integration von Menschen mit Behinderung

Die Union anerkennt und achtet den Anspruch von Menschen mit Behinderung auf Maßnahmen zur Gewährleistung ihrer Eigenständigkeit, ihrer sozialen und beruflichen Eingliederung und ihrer Teilnahme am Leben der Gemeinschaft.

Legasthenie ist teilweise genetisch bedingt, Legasthenie und die Störungen des Sprachsystems nach einem Schlaganfall sind als Behinderungen anerkannt. Diese Diskriminierung erfolgt auf dem gesamten Gebiet der EU aber auch weltweit.

Vor allem aber diskriminiert google auf diese Weise sprachliche Minderheiten wie zb Tiroler Salzburger, Schwaben oder Bayern, deren Dialekte eine etwas andere Grammatik aufweisen, insbesondere in der Satzstellung Ich möchte – ohne ebenfalls diskriminierend zu erscheinen, sagen daß ein Bayer auch wenn er hochdeutsch spricht, eine etwas andere Grammatik aufweist als ein Norddeutscher. Es mag für google vorteilhaft sein, derartige sprachliche Minderheiten zu diskriminieren, insbesondere ermöglicht es die exakte Textanalyse, die scheinbar mittlerweile das Ziel von google ist. Auf diese Weise wird das Internet sozusagen “rassisch” rein und google kann Texte besser bewerten. Die Sprachvielfalt mag für google als Hindernis erscheinen – mir erscheint sie jedoch wünschenswert. Eine derartige Diskriminierung fand auch in der Nazi Zeit nicht statt.

Im google news index sind derzeit nur 2 Gehörlosen Medien vertreten, kein Medium für Blinde, Legastheniker, Gehbehinderte etc. Im Internet existieren aber 100.000e von Websites deutscher Sprache die von Behinderten gemacht werden. Google hält also diesen index wie es scheint “krüppelfrei”. 2 Behinderte, die mir bekannt sind, aber aus Angst vor Repressalien durch adsense oder google nicht genannt werden wollen haben im vergangenen Herbst auf meinen Hinweis hin versucht unter google news gelistet zu werden. Der eine ist querschnittgelähmt und leidet unter leichter Legasthenie, der andere gehörlos. Sie erhielten folgende gleichlautenden Absagen:

Wir haben Ihre Website überprüft und können sie gegenwärtig nicht in
Google News aufnehmen. Für die im Google News-Index erfassten Websites
gelten bestimmte Qualitätsrichtlinien. Wenn Ihre Website gegen diese
Richtlinien verstößt, kann sie nicht in Google News aufgenommen werden.
Die betreffenden Richtlinien können Sie unter folgendem Link einsehen:
http://www.google.com/support/webmasters/bin/answer.py?hl=de&answer=35769#3

Vielen Dank, dass Sie uns Ihre Artikel zur Verfügung stellen möchten.
Sollten sich unsere Richtlinien künftig ändern, werden wir Ihre Website
bei künftigen Eignungsprüfungen berücksichtigen.

Vielen Dank für Ihr Interesse an Google News.

Dieser Text ist nichtssagend und enthält auch nicht den wahren Grund für die Absage, auf der angegebenen Seite findet sich nur Allgemeines, auch keinerlei Hinweise auf grammatikalische hohe Anforderungen. Diese Mails an mich sind sozusagen ein Versehen gewesen, normalerweise enthalten google mails niemals den konkreten Grund für einen Ausschluss aus einem google Dienst. Das mag dadurch kommen dass das google news Team scheint mir noch relativ betriebsunerfahren ist. Es muss also noch eine interne Anforderungsliste von google news geben, die nicht veröffentlicht wird.

Gleichzeitig besteht von meiner Seite aus die Vermutung dass der kürzlich erfolgte sogenannte Panda und Pinguin Update im normalen google index wesentlich mehr Wert auf grammatikalische Korrektheit als bisher legt. Meine Vermutung geht dahin dass grammatikalisch nicht ganz korrekte Seiten oder Seiten die als “automatisch uebersetzt” identifiziert werden, im google index einfach nach hinten verschoben werden – das laesst sich allerdings nicht beweisen, da der sogenannte Algo von google geheim gehalten wird. Eine Offenlegung gegenüber der EU wäre hier angebracht, um jede Form der Diskriminierung zu vermeiden.

Matt Cutts, ein leitender Google Angestellter, deutet in einem offiziellen google Blog mit “Eine sehr gute Frage. Es ist schon eine Weile her, seitdem ich das überprüft habe, aber zumindest zu jenem Zeitpunkt hatten sie [Die Grammatik] keinen Einfluss auf das Ranking. Rechtschreibung und Grammatik gehören also nicht zu den über 200 Kriterien, die wir zur Bewertung der Qualität einer Seite heranziehen. Aber ich denke, es ist eine Überlegung wert, sie in die Kriterien aufzunehmen.” Ich vermute das ist mit dem Panda oder Pinguin Update geschehen, dieser Update erfolgte beinahe zeitgleich mit meinem Ausschluss aus dem google news – index der nur ein integrierter Teilindex des gesamten Google – Index ist.

Es wäre für Google ohne weiteres möglich eine bereits definierte Kennzeichnung von Webseiten von/für Behinderte per html tag automatisch zu lesen. Dementsprechende Bemühungen gibt es bereits seit 1996 insbesondere für Sehbehinderte. Aber google hat mit seiner Marktdominanz alle entsprechenden Bemühungen ignoriert bzw aktiv hintertrieben. Daher werden Webseiten die zb von einem stark Sehbehinderten erstellt wurden – mit großer Schriftgroesse bzw H1 html Tag – automatisch als Spam klassifiziert und im Suchindex aufgrund der Gegebenheiten der Behinderung ganz hinten eingereiht, bzw gar nicht aufgenommen. Sehbehinderte können daher nicht von Medienunternehmen beschäftigt werden. Zwar propagiert google eine eigene Suchmaschine für Blinde http://www.google.com/accessibility/ aber eben getrennt – Blinde oder stark Sehbehinderte sollen nur für Blinde Seiten erstellen, was schon an und für sich eine Diskriminierung und Ausgrenzung darstellt. Diese Benachteiligung kann ganz einfach geprüft werden, indem sie einen Text unter 3 Versionen speichern – einmal normal, einmal mit dem H1 Tag als große Überschrift dargestellt und einmal mit großer Schrift. Sie werden feststellen daß google nur den normalen Text aufnimmt.

Google lehnt jede Stellungnahme ab, ist also keinesfalls gewillt die Diskriminierungspraxis freiwillig zu beenden.

Diese Beschwerde wurde gleichzeitig an das europäische Parlament, die europäische Kommission, deutsche Behörden eingereicht. Ich stelle den Antrag, für ihr Bundesgebiet zu verfügen dass Google News nicht mehr verbreitet wird bis Google einen rechtskonformen Zustand hergestellt hat.

Hochachtungsvoll

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